Die Fleisch fressenden Pflanzen
Man kann Pflanzen dann als Fleischfresser definieren, wenn sie die Nahrung, die sie
benötigen, aus dem Gewebe toter Tiere beziehen, die mit ihnen in Kontakt kommen und wenn
sie zu diesem Zweck ihre eigene Struktur und Physiologie geändert haben, um ihre Opfer zu
fangen und zu verdauen.
Die Fleisch fressenden Pflanzen sind, wie alle andern Pflanzen (außer den Parasiten oder
Saprophyten, die kein Chlorophyll haben) zur Fotosynthese fähig, d.h. sie können organische
Verbindungen und komplexe Moleküle mit Hilfe von anorganischen Substanzen wie
Kohlendioxid und Wasser synthetisieren.
Sie sind autotroph und können auch ohne Beute überleben. Das Erbeuten und Absorbieren der
tierischen Stoffe ermöglichen jedoch eine bessere Entwicklung und Fortpflanzungsfähigkeit
der Pflanze.
Die fleischfressenden Pflanzen leben vorwiegend in heller, feuchter, nährstoffarmer
Umgebung, besonders da wo der Boden durch seinen Säuregehalt extrem stickstoffarm ist und
die Verdauung von tierischen Proteinen notwendig wird, um dieses Element aufzunehmen.
Die Drosera (Sonnentau), deren Name aus dem Griechischen, drosos, Tau, stammt, ist eine
kleine fleischfressende Pflanze von ungefähr 10-12 cm mit einer Rosette von Blättern am
untern Ende und einem feinen geraden, glatten Stiele mit wenigen fünfblättrigen Blüten.
Im Moor von Danta gibt es zwei Arten von Sonnentau: die Drosera longifolia und die Drosera
rotundifolia (oder D. anglica). Sie unterscheiden sich, wie der Name schon sagt, durch die
Form ihrer Blätter, runde Blätter die erste und längliche die letztere.
Es wurde noch eine dritte Art entdeckt, eine Mischform der beiden oben zitierten Arten, die
Drosera obovata, deren Blätter eine Mischung aus beiden ist.
Die Art und Weise des Erjagens der Beute ist bei allen gleich. Die Blätter sind mit
tentakelartigen, normalerweise rötlichen, Härchen besetzt, an deren Ende eine kleine Drüse
sitzt, die eine glänzende, süßliche und klebrige Flüssigkeit ausscheidet, die die Beute
(Insekten und kleine Wirbeltiere) lähmt. Sowohl Tentakel als auch Blätter besitzen eine
mechanisch und chemisch gesteuerte Beweglichkeit. Durch die unterschiedliche Dehnung des
Blattgewebes kann das Blatt die Beute regelrecht einwickeln.
Die Verdauung der Beute geschieht mit Hilfe eines Enzyms, ähnlich dem im Speichel
enthaltenen Pepsin. Die Assimilierung geschieht über „wasserführende Öffnungen“, die
diesem Zweck angepasst wurden.
 |
 |
| Drosera longifolia |
Drosera rotundifolia |
|